Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am 29. Januar 2018 im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei

 

Rede zur Auszeichnung

Sperrfrist: Redebeginn Es gilt das gesprochene Wort!

Heike Taubert

Thüringer Finanzministerin

Rede

ANLÄSSLICH DER ÜBERGABE VON VERDIENSTORDEN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

Montag, 29. Januar 2018, 14 Uhr Barocksaal, Thüringer Staatskanzlei

Ich begrüße Sie herzlich im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei.
Ich vertrete heute Herrn Ministerpräsident Bodo Ramelow bei der ehrenvollen Aufgabe, 4 Thüringer Bürgerinnen und Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement auszuzeichnen.
Das Verdienstkreuz am Bande erhalten:
- Herr Christoph Hochstein aus Leinefelde und
- Herr Dr. Kuno Schmidt aus Suhl.
Für ihr soziales und kulturelles Engagement werden
- Frau Käthe Scheler-Eckstein aus Mengersgereuth-
Hämmern und
- Herr Walter Preis aus Gernrode mit dem Verdienstorden geehrt.
Ich begrüße die Auszuzeichnenden und heiße auch ihre Familien, Freunde und Wegbegleiter herzlich willkommen.

Alle 4 zu Ehrenden gehören zu den Menschen in Thüringen, die persönliche Interessen zurückstellen, um sich für das Gemeinwohl zu engagieren.
Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass rund 850.000 Frauen und Männer in unserem Land ehrenamtlich tätig sind. Das heißt:
Fast 40 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer leisten für unser Gemeinwesen eine Arbeit, die unbezahlt und zugleich unbezahlbar ist.
Sie verstehen ihre eigenen Gaben als Aufgabe und sehen im eigenen Vermögen – dem geistigen wie dem materiellen – eine Verpflichtung.
Ich empfinde großen Respekt für das, was diese Bürgerinnen und Bürgern in und für Thüringen erreichen.
Mich freut auch:
Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, nimmt zu.

Das ist eine wirklich gute Nachricht!
Sie beweist, dass Thüringen – auch unter den Vorzeichen des demografischen Wandels – ein solidarisches, mitmenschliches und soziales Land ist, in dem Engagement und Bürgersinn großgeschrieben werden.
Soviel Gutes, Nachhaltiges und in die Zukunft Weisendes das Bürgerengagement auch bewirken kann, so muss doch klar gesagt werden:
Der Staat darf sich nicht auf den Leistungen der Ehrenamtlichen, auf den Lorbeeren seiner Bürgerinnen und Bürger, ausruhen.
Ehrenamt ist kein Ersatz für eine vorausschauende Politik. Aber: Ehrenamtlich Engagierte machen auf Probleme aufmerksam, die der Staat dringend angehen sollte.

Die Politik tut gut daran, diese Initiativen der Zivilgesellschaft ernst zu nehmen.
Denn sie bieten oftmals kreative Lösungen an und können über ihre breiten Netzwerke Projekte mit Volldampf vorantreiben. Der Soziologe Ulrich Beck hat daher völlig zurecht den Schluss gezogen, dass das ehrenamtliche Engagement die Seele der Demokratie sei.
Aus diesem Grund wird die Thüringer Landesregierung das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger weiter unterstützen – durch gute Rahmenbedingungen und eine Kultur der Anerkennung.
Gerade vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft mit immer weniger jungen Menschen müssen wir die freiwillige, gemeinnützige Arbeit stärken, damit Zusammenhalt nicht nur ein Wort, sondern gelebte Wirklichkeit in unserer Gesellschaft bleibt.

Auch die 4 Auszuzeichnenden haben etwas Bleibendes für unser Land geleistet, jeder auf einem anderen Gebiet.
Für dieses private Engagement werden sie heute geehrt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier darf ich Herrn Christoph Hochstein das Bundesverdienstkreuz überreichen.
Mit dieser Auszeichnung wird sein viele Jahrzehnte währender Einsatz für die Gleichstellung von benachteiligten Menschen und Menschen mit Behinderungen gewürdigt.
Nach der Wiedervereinigung war er ein wichtiger Impulsgeber und Motor beim Aufbau sozialer Strukturen in Thüringen. Sowohl im Beruf als auch im Ehrenamt hat er viele Themen aktiv vorangebracht: den Anspruch von Menschen mit Behinderungen auf ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben, auf Teilhabe an Sport, Kultur, Bildung und Arbeit.
 
Es ging ihm darum, alte Denkmuster aufzubrechen, Spielräume für innovatives Handeln zu eröffnen und der Gesellschaft Mut zu machen, ein neues Miteinander zu wagen.
Für dieses vorbildliche Engagement darf ich ihm heute das Bundesverdienstkreuz überreichen.
In unserem Grundgesetz heißt es seit 1994:
„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“.
Es verpflichtet uns, alle Benachteiligungen für Menschen mit Behinderungen zu beseitigen.
Herr Hochstein arbeitet daran in seinem Beruf als Fachanwalt für Sozialrecht, damit alle eine echte Wahl haben, wie sie ihr Leben gestalten wollen.
Aber auch in vielen Ehrenämtern wirkt er daran mit, die Inklusion in unserer Gesellschaft voranzubringen.
 
So ist es seinem Einsatz mit zu verdanken, dass sich 1990 der Landesverband Thüringen des VdK1 gründete.
Der Sozialverband setzt sich für Frauen und Männer ein, die von Behinderung, chronischer Krankheit und Altersbeschwerden betroffen sind und die oft unter schwierigen Umständen ihren Alltag gestalten müssen.
In den einzelnen Ortsverbänden arbeiten haupt- und ehrenamtliche Kräfte Hand in Hand, um durch ein breites Spektrum an sozialen Dienstleistungen die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.
Innerhalb des VdK Hessen Thüringen hatte Herr Hochstein über 2 Jahrzehnte den Vorsitzend des Schiedsgerichtes inne. Das Schiedsgericht klärt und regelt verbandsinterne Streitigkeiten.
1 Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschland
 
Als zum Richteramt befähigter Jurist konnte Herr Hochstein sowohl durch seine fachliche Ausbildung als auch durch kommunikative Fähigkeiten und seinen ausgleichenden Charakter entscheidend zur Regelung von vielen streitigen Angelegenheiten beitragen.
Neben seinem Engagement im VdK war Herr Hochstein auch an der Gründung des Verbandes der Behinderten, der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, der Tafel des Landkreises Eichsfeld und der Diakonie im Eichsfeld beteiligt. Der Aufbau dieser Verbände und Einrichtungen war ihm ein Herzensanliegen, denn er wusste, dass es fester Strukturen bedarf, um Verantwortung für andere zu übernehmen, um soziale Betreuung und körperliche Unterstützung leisten zu können.
 
Dass Thüringen ein fürsorgliches und verantwortungsbewusstes Land ist, das die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ernstnimmt, daran haben Sie, sehr geehrter Herr Hochstein, großen Anteil.
Ihre Energie, Ihr Tatendrang und Ideenreichtum sind bewundernswert.
Sie haben viele soziale Strukturen in Thüringen mit aufgebaut, viele Hürden aus dem Weg geschafft.
Von Ihnen kann unsere Gesellschaft lernen, dass die Arbeit mit kranken und benachteiligten Menschen eine Freude ist, weil sich so viel Gutes für sie bewirken lässt.
Für Ihr langjähriges Engagement danke ich Ihnen im Namen der Thüringer Landesregierung, aber auch ganz persönlich. Ich wünsche Ihnen alles Gute und Wohlergehen, vor allem weiterhin viel Freude bei Ihren Projekten.
 
Ich darf Sie bitten, zu mir nach vorn zu kommen, um die Auszeichnung entgegenzunehmen.
 
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich habe nun die Freude, Herrn Walter Preis mit der Verdienstmedaille auszuzeichnen und ihm den Orden im Beisein seiner Familie auszuhändigen.
Seit vielen Jahrzehnten engagiert sich Herr Preis für das soziale Miteinander in Gernrode und trägt mit vielfältigen Initiativen zur Lebensqualität im Eichsfeld bei.
Insbesondere sein überragendes historisches Wissen macht ihn zum Gedächtnis seiner Gemeinde und zu einem gefragten Partner, der Jubiläen und Dorffeste zu bereichern weiß.
Herr Preis gehört zu den Menschen, für die der Erhalt historischer Zusammenhänge und die Vergegenwärtigung der eigenen Herkunft große Bedeutung haben.
 
Damit sich alle Bürger – ob alteingesessen oder neu hinzugekommen – mit der Entwicklung des Ortes vertraut machen können, erforscht er die lokale Geschichte akribisch. Es ist ihm wichtig, in Vergessenheit geratene Ereignisse zu be- leuchten, Erinnerungen festzuhalten und auf diese Weise histo- rische Reflexionen zu ermöglichen, die für eine aufgeklärte, weltoffene Heimatliebe notwendig sind.
Als Ortschronist von Gernrode tut er dies aus dem Bewusstsein heraus, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Recht an ihrer Geschichte haben.
Wer einmal eine Ortschronik erstellt hat, weiß, dass ein solches Projekt schnell zu einer Mammutaufgabe anwachsen kann. Schließlich gilt es in den meisten Fällen, mehrere Jahrhunderte aufzuarbeiten und mit dem Handwerkszeug der Historiker Schicht um Schicht Heimatgeschichte freizulegen.
 
Von der sorgfältigen Suche nach Quellen und Zeitzeugen über die Recherche in schriftlichen Überlieferungen, das Sammeln von Daten, Fakten und Bildern bis zum Verfassen eines schlüssigen Textes, der Sponsorensuche und dem Druck – das alles ist ein zeit- und arbeitsintensives Unterfangen.
Herrn Preis ist ein solch ausdauernder, schreibfreudiger und kluger Ortschronist, der weite Wege geht, um Informationen zu beschaffen.
Bei seinen aufwändigen Recherchen gelang es ihm zum Beispiel, eine alte Urkunde im Staatsarchiv Würzburg zu finden, die erstmalig den Ort Gernrode erwähnt.
Sie stammt aus dem Jahr 1365 und ist ein wichtiger Beleg für die Siedlungsgeschichte des Eichsfeldes.
 
Seine Forschungen zur Ortsgeschichte fasste er in dem Buch „Gernrode – Ein Eichsfeld-Dorf an der Wipper“ zusammen, das im Jahr 2015 erschien und großen Anklang unter den Gemeindemitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit fand.
Mit seinem ehrenamtlichen Engagement als Ortschronist erschöpft sich sein Beitrag für das soziale und kulturelle Leben in Gernrode noch lange nicht.
Herr Preis gründete im Jahr 2000 eine Wandergruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die vielfältige und interessante Natur im Eichsfeld zu erhalten und für den sanften Tourismus besser zu erschließen.
Als Vorsitzender prägt er die Programmgestaltung des Vereins maßgeblich und organisiert mit Weitblick große Events, wie zum Beispiel den „Eichsfelder Wandertag“ im Jahr 2015.
 
Nicht zuletzt dem Engagement von zahlreichen örtlichen Vereinen wie der Wandergruppe Gernrode ist es zu verdanken, dass sich Thüringen seinen Gästen aus nah und fern als gut organisiertes Wanderland präsentieren kann.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch den Einsatz von Herrn Preis in der Kirchgemeinde, wo er ehrenamtlich die Pflege von Gehwegen und Rasenflächen übernimmt.
Darüber hinaus ist er im Gemeinderat politisch aktiv, betätigt sich als Beobachter für den Deutschen Wetterdienst und sorgt als Vorstandsmitglied des örtlichen Sportvereins für Bewegung in Gernrode.
Für die Verbraucherzentrale und als Energieberater stellt er sein Fachwissen als Ingenieur unentgeltlich zur Verfügung.
 
Für diese vielen Beiträge für unser Gemeinwesen möchte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Preis, meine Anerkennung aussprechen und Ihnen als sichtbares Zeichen des Dankes die Verdienstmedaille überreichen.
Durch Ihre umfangreichen Ehrenämter leisten Sie einen gemeinschaftsstiftenden Beitrag, der den ländlichen Raum insgesamt stärkt.
Viele Eichsfelder Bürgerinnen und Bürger haben eine ganz besonders enge Beziehung zu ihrer Heimatregion.
Sie, sehr geehrter Herr Preis, geben dieser Bindung ein historisches Fundament und ermöglichen ein reflektiertes und fundiertes Selbstverständnis.
Getragen vom Wunsch, das Eichsfeld als lebenswerte Region zu erhalten, haben Sie vieles bewegt und Bleibendes angestoßen.
 
Dafür danke ich Ihnen im Namen der Thüringer Landesregierung, aber auch ganz persönlich.
Für Ihre kommenden Projekte wünsche ich Ihnen weiterhin viel Freude und große Unterstützung in der Gemeinde.
Ich darf Sie nun bitten, zu mir nach vorn zu kommen, um den Orden entgegenzunehmen.
 
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich habe nun die Freude, Frau Scheler-Eckstein mit der Verdienstmedaille für ihr kulturelles Engagement auszuzeichnen.
Frau Scheler-Eckstein hat sich in ihrer Heimatgemeinde Mengersgereuth-Hämmern über viele Jahrzehnte für die Bewahrung des regionalen Brauchtums eingesetzt. Insbesondere der jungen Generation vermittelte sie die Freude an überlieferten Traditionen, an Trachten und Tänzen, Liedern und Mundartdichtung.
Dank ihres Engagements konnten viele Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass sich eine lebendige Brauchtumspflege und ein modernes Lebensgefühl nicht ausschließen, sondern gut zueinander passen.
 
Frau Scheler-Eckstein, die in ihrem Berufsleben als Grundschullehrerin arbeitete, ist ein aktives Mitglied des Kirmes- und Trachtenverein 1990 Mengersgereuth-Hämmern. Unter dessen Dach gründete sie vor mehr als 20 Jahren eine Kindertanzgruppe.
Deren Ziel war und ist es, Mädchen und Jungen für den Trachtentanz und die Kirchweihtradition zu begeistern. Mittlerweile sind 40 junge Tänzerinnen und Tänzer herangewachsen, die von Frau Scheler-Eckstein ausgebildet wurden und die ihr Können erfolgreich präsentieren, zum Beispiel bei verschiedenen Umzügen und auf öffentlichen Bühnen wie beim Thüringen-Tag.
Das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger an diesen Auftritten dokumentiert, wie wichtig und angesehen die Arbeit ist, die Frau Scheler-Eckstein leistet.
 
Den Trachten aus dem thüringisch-fränkischen Raum gilt die besondere Aufmerksamkeit von Frau Scheler-Eckstein. Durch das Tragen von Trachten brachte man früher Herkunft und Zugehörigkeit zum Ausdruck.
Das gleiche Tuch und der gleiche Schnitt der Kleidung zeigten, die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft.
Bis heute sind Trachten außerordentlich beliebt, weil sie regionale Identität widerspiegeln.
Viele Vereine widmen sich aktiv dem Sammeln und Auswerten von alten Trachten, von Schnittmustern, Fotodokumenten und altem Handwerkszeug, um wichtige Kulturtechniken und Bekleidungstraditionen vergangener Jahrhunderte zu bewahren.
Frau Scheler-Eckstein aber denkt noch weiter.
 
Sie will nicht nur die Tracht in den überlieferten Formen erhalten, sondern sie weiterentwickeln und an die Anforderungen unserer Lebenswirklichkeit anpassen.
Sie gehört damit zu den ehrenamtlichen Heimatpflegern in unserem Land, die den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft, vom Bewahren zum Verändern spannen.
Am Engagement von Frau Scheler-Eckstein sehen wir, dass Volks- und Breitenkultur keine rückwärtsgewandte, sondern eine schöpferische, in die Zukunft weisende Tätigkeit ist.
Indem wir unsere Traditionen und Bräuche pflegen, bereiten wir den Boden, auf dem nachfolgende Generationen an unserer Kultur teilhaben können.
Die kulturellen Traditionen unserer Heimat bieten uns Verankerung in einer sich sehr schnell verändernden Welt.
 
Insofern erfüllt Heimatpflege auch ein gesellschaftliches Bedürfnis nach Orientierung.
Sehr geehrte Frau Scheler-Eckstein,
mit Ihrem Engagement machen Sie sichtbar, dass unsere Heimatkultur ein unschätzbares Gut ist.
Sie befriedigen ein wachsendes historisches Interesse der Menschen an ihren kulturellen Wurzeln, indem Sie Trachten, Volkstanz und Mundartdichtung pflegen und weitergeben.
Ihr Engagement für die junge Generation ist Vorbild für das, was wir unseren Kindern und Jugendlichen mit auf den Weg in die Zukunft geben müssen:
zum einen ausgeprägtes Traditionsbewusstsein und zum anderen aufgeklärte Weltoffenheit.
 
Das schließt die Liebe zur eigenen Heimat und die Achtung vor den Traditionen anderer Regionen ein.
In diesem Sinne möchte ich Sie ermuntern, sich weiterhin mit Hingabe und Kreativität für die Heimatkultur des thüringisch- fränkischen Raumes einzusetzen.
Im Namen des Freistaats Thüringen danke ich Ihnen für Ihr langjähriges Engagement und wünsche Ihnen große Unterstützung bei all Ihren Projekten.
Ich darf Sie nun bitten, zu mir nach vorn zu kommen, um den Orden entgegenzunehmen.
 
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
nur wenige Tage trennen uns vom Beginn der olympischen Winterspiele in Südkorea2.
Teilnehmen werden auch Sportlerinnen und Sportler aus Thüringen, die für die deutsche Mannschaft einige Medaillen holen sollen.
Einige dieser Athletinnen und Athleten sind von der Stiftung Thüringer Sporthilfe über viele Jahre gezielt gefördert worden, so dass sie heute mit ihren Leistungen an der Weltspitze stehen.
Ich darf heute einen Mann auszeichnen, der für den Spitzensport in Thüringen Außerordentliches geleistet hat.
Das Verdienstkreuz am Bande erhält der Präsident der Stiftung Thüringer Sporthilfe, Herr Dr. Kuno Schmidt.
 2 9. bis 25. Februar 2018
 
Herr Dr. Schmidt kam zunächst über sein ehrenamtliches Engagement für den Handballverein Suhl in den Thüringer Sport.
Als Vereinsvorsitzender begleitete er aktiv den Aufstieg der Suhler in die 2. Handballbundesliga Anfang der 90-er Jahre. In dieser Funktion wurde ihm bewusst, dass die Förderung junger Nachwuchstalente in Thüringen solider aufgestellt werden musste.
Vielen Athletinnen und Athleten, die schon auf dem Sprung in die Weltspitze, aber noch nicht in eine Bundesförderung aufgenommen waren, fehlte eine individuelle und nachhaltige Unterstützung.
Herr Dr. Schmidt erkannte weitsichtig, dass Thüringen für diese Gruppe ein neues Förderinstrument brauchte, um Talente zu stärken und in unserem Land zu halten.
 
Gemeinsam mit Rolf Beilschmidt, Klaus Fiedler und Horst Bechthum gründete er daher den Förderverein Thüringer Sporthilfe, der 1997 in eine Stiftung umgewandelt wurde. Aufgabe der Stiftung ist es seither, junge Sportlerinnen und Sportler in den olympischen und paraolympischen Disziplinen zu unterstützen, Olympioniken gezielt zu fördern sowie Trainerinnen und Trainer im Nachwuchsbereich zu stärken.
Herr Dr. Schmidt führt die Stiftung seit nunmehr 20 Jahren sehr erfolgreich als Vorsitzender.
Es ist ihm in dieser Zeit gelungen, die Förderung des Leistungssports in unserem Land zu professionalisieren und zukunftsfähige Strukturen für den Nachwuchsbereich zu schaffen.
Seit ihrer Gründung konnte die Stiftung in 4.000 Fällen junge Talente mit einem Volumen von knapp 3 Mio. Euro fördern.
 
Unter ihnen waren und sind viele weltweit erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler wie die Biathletin Andrea Henkel, der Nordische Kombinierer Ronny Ackermann, die Radsportlerin Kristina Vogel oder der Speerwerfer Thomas Röhler.
Aktuell werden rund 180 Nachwuchsathletinnen und -athleten gefördert: unsere Olympiahoffnungen der kommenden Jahre.
Es ist dem großen Engagement von Herrn Dr. Schmidt zu verdanken, dass die Stiftung Thüringer Sporthilfe im Laufe der Jahre ihre finanzielle Basis immer weiter verbreitern konnte. Er kümmerte sich intensiv um die Gewinnung von Kuratoren und Sponsoren.
 
Dank seiner Liebe zum Sport und seiner Überzeugungskraft konnte er viele private Mittel für die Individualförderung akquirieren und regionale Wirtschaftspartner als Sponsoren gewinnen.
Mittlerweile sind die Eigeneinnahmen der Stiftung von anfänglich 5 % auf 30 % gestiegen, ein schöner Erfolg, der ganz den jungen Sportlerinnen und Sportlern zugutekommt.
Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,
für Ihr langes Wirken und Ihren unermüdlichen Einsatz für den Thüringer Sport übergebe ich Ihnen heute das Verdienstkreuz am Bande.
Sie haben mit der Stiftung Thüringer Sporthilfe, ein kluges und effizientes Förderinstrument ins Leben gerufen.
 
Vielen jungen Menschen hat die Förderung den Weg in die Weltspitze erleichtert.
Heute können Sie voller Stolz auf Ihre Lebensleistung blicken. Nicht zuletzt auf Grund Ihres Engagements erfreut sich unser Land eines hervorragenden Rufes im Sportbereich: Breitensport und Nachwuchsförderung sind gut aufgestellt. Der Spitzensport kann viele Talente vorweisen.
Dafür haben Sie sich mehr als 2 Jahrzehnte engagiert und ehrenamtlich gearbeitet.
Für diesen wichtigen Beitrag für unser Gemeinwesen möchte ich Ihnen als sichtbares Zeichen des Dankes das Bundesverdienstkreuz am Bande überreichen.
Wenn die Schützlinge der Stiftung bei nationalen und internationalen Wettkämpfen erfolgreich sind, dann ist das sicher der schönste Lohn für Ihr Engagement.
 
Hinzu kommt nun diese Auszeichnung des Bundespräsidenten als Anerkennung Ihres ehrenamtlichen Wirkens und der große Dank der Thüringer Landesregierung für alles, was Sie in den letzten Jahren bewirkt haben.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Wohlergehen. Ich darf Sie nun bitten, zu mir nach vorn zu kommen, um den Orden entgegenzunehmen.


 

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